Immer wieder kriege ich von euch Komplimente zu meinen Locken auf diesem Bild, was ich das erste mal am Valentinstag letzten Jahres auf meinem Blog und ein paar Tage später auf meinem Instagram Account veröffentlicht habe. Ich wurde auch öfter gefragt, wie ich diese Locken gemacht habe und auch, wenn das gar kein Meisterwerk ist, gebe ich euch heute eine Antwort.

Zuerst werde ich ein wenig zu meiner Haarstruktur erklären, welche als Grundlage für meine Locken schon etwas ausmacht. Anschließend komme ich zur Pflege und Vorbereitung der Haare und schreibe noch ein wenig über den Lockenstab, den ich verwende und welcher Lockenstab überhaupt geeignet ist. Wen das alles nicht interessiert, kann diese Punkte einfach überspringen und kommt dann ab 3.2 zum eigentlichen Prozedere und anschließend zu ein paar Tipps, um die Locken langanhaltender zu bekommen.


Meine Haarstruktur:

Ich habe von Natur aus wie schon öfter erwähnt gerade für meine Haarlänge stark lockige Haare. Kein Afro, aber auch keine leichten Wellen, sondern irgendwas undefinierbares dazwischen, das mir nicht wirklich gefällt. Es liegt nicht an der Pflege, denn ich lege sehr viel Wert darauf. Aber es wird eben nicht jeder mit einer Traummähne gesegnet. Deswegen greife ich oft zum Glätteisen oder Lockenstab, oder versuche auch ohne Hitze sie in eine andere Form zu bringen, oder wenigstens besser zu stylen.
Bisher habe ich meine Haare eigentlich immer geglättet - einfach, weil es am schnellsten ging und nicht besonders aufwendig ist. Mit der Zeit wird aber auch das langweilig und eigentlich finde ich Locken so unglaublich schön, weswegen sich die Mühe dann auch lohnt. Wenn ihr wissen wollt, wie ich das ganze veranstalte, bleibt dran.


Step 1 - Pflege



Beim Stylen mit Hitze wird die Haarstruktur durch die Hitze vorübergehend neu geformt. Dass zu viel Hitze den Haaren schadet, wissen wir alle und ich denke, dass ich das nicht genauer erläutern muss. Also müssen die Haare nebenbei wirklich gut gepflegt sein, damit sie durch das Styling mit Hitze nicht zu sehr zu Schaden kommen - außerdem würde es dann auch nicht mehr schön aussehen.
Ich habe von Natur aus wie gesagt Locken, die eben deswegen von Natur aus trockener und empfindlicher sind. In einem Favoriten Post habe ich euch mal von der Haarkur, die ich verwende, erzählt und es ist immer noch die gleiche geblieben: Die Repair & Care Intensiv 2 MinutenKur von Pantene Pro-V. Die Kur benutze ich einmal wöchentlich, aber lasse sie dann mindestens 2-3 Stunden oder eben über Nacht drin. Dann spüle ich sie gründlich mit kaltem Wasser aus, bis wirklich alles raus ist.
Wichtig: Gerade wenn die Kur über Nacht drin ist, sollte man am nächsten Tag die Haare erneut waschen, da sie sonst fettig aussehen oder den Tag über fetten.
Seitdem ich diese Kur verwende, sind meine Haare deutlich gesünder und ich habe unglaublich lange Haare bekommen, da diese eben nicht mehr brechen. (Nein, die Haare wachsen nicht durch die Kur schneller, aber sie werden gestärkt, was die Grundlage für langes, gesundes Haar ist)
Es gibt bestimmt andere Haarkuren, die genauso gut - oder vielleicht sogar besser? - sind, probiert euch da einfach durch. Ich bin jedenfalls sehr zufrieden damit, da ich trotz ständigem Stylen mit Hitze und den Grundvoraussetzungen, dass meine Haare eben sehr empfindlich sind, sehr gesundes und gepflegtes Haar habe.
Generell solltet ihr aber auch vorsichtig mit euren Haaren umgehen, egal ob ihr diese oder eine andere Kur verwendet, oder eben nicht. Dazu gehört z.B., dass ihr nasse Haare nicht trocken rubbeln solltet usw., aber das wird den meisten auch schon bekannt sein.
Haare, die jedoch nicht ausreichend gepflegt werden, werden trocken und brüchig und können auch nicht gut frisiert werden.

Kurze Anmerkung: Ich arbeite in keinster Weise mit Pantene Pro V zusammen oder werde für die Erwähnung bezahlt, es ist wirklich meine Lieblingspflege für meine Haare. Andererseits wäre eine Kooperation gekennzeichnet.



Step 2 - Vorbereitung



Was ihr braucht:

  • Hitzeschutz
  • Bürste / Kamm / Tangle Teezer
  • evtl. Schaumfestiger oder andere Primer
  • evtl. Haarklammern, -gummis oder andere Dinge, mit denen ihr eure Haare in Partien aufteilen könnt


2.1: Hitzeschutz

Wie im ersten Schritt schon erwähnt, schadet Hitze den Haaren. Um die Haare aber ein wenig vor dieser Hitze zu schützen, solltet ihr unbedingt Hitzeschutz verwenden, gerade wenn ihr eure Haare öfter mit Hitze behandelt. 
Ich verwende immer Hitzeschutz, egal ob vor dem Föhnen, Glätten oder Locken - ohne Hitzeschutz geht bei mir gar nichts, da meine Haare aus vorhin genannten Gründen sehr empfindlich sind. Ob ihr einen günstigeren aus der Drogerie verwendet oder einen teureren, ist euch überlassen. Ich verwende unterschiedliche, je nachdem, was gerade passt. Ich habe bis jetzt auch noch nie einen Unterschied gemerkt.
Jedenfalls bietet Hitzeschutz den Haaren Schutz vor zu starker Hitzebelastung - wer hätte es gedacht? 😄  - und es gibt auch welche, die den Halt der Locken verbessern. Ohne Hitzeschutz können die Haare aber stark geschädigt werden. 
Falls ihr euch noch mehr Haltbarkeit wünscht, könnt ihr auch Schaumfestiger verwenden. Ich bin da allerdings kein Fan von, da ich keinen passenden gefunden habe, ihn aber eigentlich auch nicht brauche. Meine Haare lassen sich aufgrund der Pflege nämlich gut in Form bringen und bilden sich nicht schnell zurück. Wie ich die Locken fixiere und was ich tue, damit sie länger halten, schreibe ich aber nachher. Deswegen kann ich euch allerdings auch keine persönliche Empfehlung geben.

2.2: Haare gründlich durchkämmen

Es ist wichtig, dass die Haare vorher gut durchgekämmt werden, da ihr sie nachher nicht mehr kämmen solltet - schließlich geht euer Meisterwerk dann kaputt. Außerdem verteilt sich der Hitzeschutz dadurch leichter.
Ich verwende dafür den Tangle Teezer für dickes und lockiges Haar, da der zu meinen Haaren am besten passt. Welche Bürste ihr letztendlich benutzt, ist ganz egal, sie wird ihren Job schon erfüllen. 😄

2.3: Haare in Partien teilen (optional)

Viele finden es leichter, die Haare vorher in Partien zu teilen und dann von unten nach oben zu arbeiten. Für mich ist das irgendwie nichts, da ich das nur mache, wenn ich wenig Zeit habe und nicht so vorgehe, wie ich es gleich beschreibe. Für meine Vorgehensweise braucht man das aber nicht. Ich ziehe einfach meinen normalen Seitenscheitel und binde die größere Hälfte zusammen, damit sie nicht im Weg hängt. Das reicht mir an Aufteilung.

Step 3 - Styling


Was ihr braucht: 

  • Lockenstab 
  • Kamm / Bürste
  • seeehr viele Haarklammern
  • ganz viel Geduld
  • starke Arme


3.1: Der Lockenstab

Viele meinen, dass es total wichtig ist, einen ganz neuen und teuren Lockenstab zu besitzen, um ein gutes Ergebnis zu kriegen und das mag auch sein, aber ich verwende einen älteren Lockenstab von Babyliss, den es so auch gar nicht mehr gibt, jedenfalls ist er aus der Pro Ceramic Reihe.
Er hat früher meiner Mutter gehört und sie hat ihn irgendwann mir gegeben - bzw. ich habe ihn genommen und irgendwann so oft verwendet, dass sie wusste, sie würde ihn nie wieder sehen 😄 💁 (Spaß beiseite, sie hat ihn wirklich nicht mehr gebraucht) - jedenfalls ist es egal, was für einen Lockenstab ihr verwendet, ihr werdet damit zum Ergebnis kommen. Er ist außerdem sehr dick, also kann man damit gut Beach Waves machen, aber auch Korkenzieherlocken, wenn man die Hitze variiert und die Haare länger am Lockenstab erhitzt. Ich rede jetzt aber von den leichten Locken auf dem Bild, die ich persönlich auch am liebsten trage. 
Er hat einen Clip, den ich aber nicht verwende - damit kann man auf Wunsch aber auch ein anderes Ergebnis erzielen. Wenn euer Lockenstab also einen Clip hat, ist das gar nicht schlimm, denn man dreht die Strähne einfach drum herum, so als wäre der Clip nicht da. Ich glaube, jetzt ist jedem klar, dass es egal ist, was für einen Lockenstab ihr besitzt.

Beim Kauf eines Lockenstabs solltet ihr aber auf jeden Fall auf die Qualität achten, denn günstig heißt nicht unbedingt gut! Es gibt viele günstige Lockenstäbe, die viel versprechen und auch toll aussehen, allerdings erreicht ihr abgesehen von Haarschädigung nichts damit. Ich würde auf jeden Fall auf die Beschichtung achten, aber auch darauf, dass die Temperatur regulierbar ist. Dort bin ich aber kein Experte, deswegen solltet ihr einfach ein wenig recherchieren oder Leute fragen, die sich wirklich damit auskennen, wenn es euch interessiert.


3.2: Vorgehensweise

Nun geht es endlich los! Sind alle Vorbereitungen abgeschlossen, beginne ich mit der kleineren Seite des Scheitels (ich trage wie bereits erwähnt einen Seitenscheitel). Ich fange irgendwie immer mit der Seite an, aber es ist auch ein kleines Glücksgefühl, wenn man schon den ersten Teil fertig hat, auch wenn er etwas kleiner ist.
Ich beginne an der obersten Strähne vorne und arbeite mich dann nach hinten und gehe dann immer eine 'Schicht' tiefer - wenn ihr versteht, wie ich das meine.😄 


Ich nehme also eine beliebig große Strähne (je nachdem, wie stark oder weniger stark ihr die Locken haben wollt) und wickle sie flach um den Lockenstab. Wichtig ist, dass der Lockenstab nicht ganz an den Ansatz herangeführt wird, aber auch wenn ihr Spliss habt, solltet ihr wirklich vorsichtig sein und eine niedrigere Temperatur wählen - oder am liebsten warten, bis eure Haare gesünder werden. Viele fangen ungefähr ab Ohrhöhe an, die Haare zu locken, allerdings setze ich etwas höher an, da mein Lockenstab ja eh so breit ist und die Locken sonst zu tief sitzen würden. Außerdem lasse ich immer ein kleines bisschen Abstand zwischen den einzelnen Umrundungen, das kommt aber auch ganz darauf an, welchen Lockentyp ihr haben möchtet.
Meine Haare glätte ich übrigens vorher nicht, es sei denn der Ansatz ist ganz lockig. Es reicht nämlich eigentlich, wenn die Locken ausgebürstet sind und so bleibt auch das Volumen in den Haaren.
Ich drehe die Haare eigentlich immer in die gleiche Richtung - und zwar vom Gesicht weg - , aber ich finde es auch schön, wenn man die Richtung wechselt, da es dann natürlicher aussieht und eben mehr was von den Beach Waves hat. Allerdings mache ich das immer unterschiedlich und einfach so wie ich will - genau wie mit der Dicke der Strähne, denn nach einer Zeit kriegt man einfach ein Gefühl dafür.
Die Strähne lasse ich dann bei 180-200 Grad etwa 20 Sekunden auf dem Lockenstab. Das hängt aber auch davon ab, wie dick / dünn die Strähne ist. Ob sie fertig ist, merkt ihr aber auch daran, dass die Locke heiß wird, also sie gerade beginnt, sich zu formen. Dann solltet ihr sie abnehmen, damit sie nicht verbrennt, wie bei dem armen Mädchen in diesem YouTube-Video. Beim abnehmen ist ganz wichtig, dass ihr die Locke nicht einfach fallen lasst und sie sich dann aushängt, sondern ihr sie in eure Handfläche fallen lasst, damit sie auskühlen kann. Da ich aber so dicke und lange Haare habe und weder Zeit, noch Lust habe, jede einzelne Strähne in der Hand zu halten, fange ich die Locke auf, nehme mir eine Haarklammer und stecke sie damit an der Kopfhaut fest. So kann sie in Ruhe in dieser Form auskühlen. 
Ich arbeite mich nun von oben nach unten von vorne nach hinten durch und auch bei den hinteren Strähnen ist es wichtig, dass ihr nah genug rangeht und nicht unten nur ein paar Umkringelungen habt, sonst ist hinten bis auf die Spitzen alles glatt und das ist echt nicht schön...🙅  Auf der anderen Scheitelseite gehe ich genauso vor.
Dadurch, dass die Locken einzeln festgesteckt werden - weswegen ich wie vorhin erwähnt auch oben anfange -, habt ihr zum einen Platz, da sie nicht blöd rumhängen, aber das Ergebnis wird auch viel schöner, da die Locken stärker sind, weil sie ja wirklich in dieser Form auskühlen. Gleichzeitig halten sie so auch besser und beginnen nicht, sich auszuhängen, während ich noch an den letzten Locken drehe.
Die festgesteckten Locken löse ich erst auf, wenn sie auch wirklich alle ausgekühlt sind. Meistens schminke ich mich auch einfach in der Zwischenzeit, weil die Haare ja eh gerade aus dem Gesicht sind oder ich beschäftige mich irgendwie anders.
Wenn ich sie löse, fange ich einfach von unten nach oben an, die Haarklammer rauszunehmen und die Locke fallen zu lassen. 

Step 4 - Fixierung


Sind alle Locken aufgelöst, gehe ich vorsichtig mit den Fingern durch, damit ich nicht so einzelne zusammenhängende Locken habe. Kopfüber fixiere ich sie dann mit Haarspray und schüttle sie ein wenig durch - fertig!
Bei mir halten die Locken dann sehr lange. Vielleicht liegt es daran, dass ich Naturlocken habe und sie so schon eine ähnliche Form haben, aber es liegt auch an der Pflege: gesundes Haar lässt sich nämlich leichter formen, während kaputtes, geschädigtes Haar sich schneller in seine ursprüngliche Form zurückfindet, da es nicht gut formbar ist.
Bei Bedarf könnt ihr sie dann noch weiter stylen, frisieren, ... - meistens reichen mir die Locken aber auch so, da sie auch echt lange dauern, weil ich so dicke und lange Haare habe. Mir gefallen die Locken sehr gut, da sie einfach so unglaublich schön aussehen! 

Wie ihr seht, ist die Art, wie ich meine Locken mache, nichts besonderes. Wichtig ist, dass ihr einfach viel Geduld habt und sorgfältig arbeitet. Vielleicht kannte der ein oder andere noch nicht den Tipp mit dem feststecken, aber ich denke, dass er die Locken ausmacht, da sie sich sonst aushängen würden, bevor ich überhaupt fertig geworden wäre. Außerdem solltet ihr nicht aufhören zu üben, irgendwann klappt es sicher! 😊